Das Vertikallager: Mehr Ordnung für Platten und Langgut
Wer an Regalsysteme denkt, hat meist eines vor Augen: Ware liegt horizontal, Ebenen übereinander, Zugriff von vorne. Diese klassischen Systeme funktionieren, bis es bei langen Gütern oder Plattenmaterial plötzlich eng wird. Denn Bretter, Leisten, Profile oder Platten fressen nicht nur Fläche, sie machen Ihr Lager auch schnell unübersichtlich. Genau hier setzt das Vertikallager an: Lagerung im Hochformat statt im „klassischen“ Liegen.
Was ein Vertikallager ausmacht
Ein Vertikallager ist ein Regalsystem, das Ware stehend lagert. Statt horizontaler Böden gibt es vertikale Unterteilungen: Fachtrenner bzw. Unterteilungsbügel, die sich flexibel versetzen lassen. Das schafft gerade dann klare Strukturen, wenn verschiedene Formate gemischt gelagert werden oder viele Reststücke im Spiel sind.
Wichtiges Detail: Die Fachteiler sind je nach Ausführung nach oben verjüngt. Das ist besonders relevant, wenn empfindliche Materialien wie Spanplatten aufbewahrt werden sollen. Durch die gleichmäßige Anlehnung lässt sich Material schonender lagern.
Welche Typen gibt es und wofür sind sie gedacht?
Vertikallager gibt es in zwei Varianten: VLP, das Vertikalplattenlager, für Platten und flächige Ware, und VLS, das Vertikallagersystem, für Langgut wie Rohre, Profile, Leisten oder Bretter. Beide Ausführungen sind je nach Lagerlayout ein- oder zweiseitig bedienbar und dank Baukastensystem modular erweiterbar.
| Kriterium | Typ VLP | Typ VLS |
|---|---|---|
| Geeignet für | Platten, Bleche | Langgut wie Rohre, Profile, Leisten, Bretter |
| Technische Besonderheiten | Nach oben verjüngte Fachteiler | Anpassbare Unterteilungsbügel |
| Lichte Fachweite 400 mm | Nutztiefen: 450 mm / 700 mm; Höhen ab 2430 mm – 4864 mm | |
| Nutzung | Seitliches Ein- und Auslagern der Ware (über Rollensystem) | Einseitig oder doppelseitig nutzbar |
| Erweiterung | Tiefenergänzung für größere Spanplatten | Grundregal + Anbauregal in 2 Feldbreiten |
Wann lohnt es sich?
Ein Vertikallager lohnt sich immer dann, wenn Material „in die Höhe“ besser passt als in die Fläche. Auch bei gemischten Platten- und Sonderformaten ist es stark, sobald der Platz begrenzt ist, denn stehende Lagerung spart hier oft Grundfläche. Und in Holzbetrieben spielt es seine Stärke bei Reststücken aus: Bis zur Weiterverarbeitung bleibt alles sauber sortiert und schnell greifbar.
Und wann eher nicht?
Dennoch fühlt sich nicht jedes Material im Hochformat wohl. Bei sehr sperrigen, voluminösen oder schweren Gütern, die sich schlicht nicht vertikal lagern lassen, stößt das Konzept an Grenzen. Auch sehr kleine Waren oder unregelmäßig geschnittene Reststücke sind häufig zu „unruhig“ für eine saubere Fachlogik. Und wenn im Alltag überwiegend schwere Lasten mit Maschinen kommissioniert werden oder der Prozess ohnehin vollautomatisiert über Fördertechnik läuft, ist ein Vertikallager meist nicht die passende Lösung.
Kurz gesagt
Ob Platte oder Profil: Vertikallager bringen Materialien ins Hochformat und damit Ordnung ins Lager. Für Platten und Bretter sind VLP-Systeme ausgelegt, für Langgut wie Leisten, Rohre oder Profile die VLS-Variante. Der Effekt: materialschonende Lagerung, modular erweiterbar im Baukastensystem, klare Strukturen auch bei Mischformaten und Reststücken – und vor allem ein schneller, direkter Zugriff auf das Lagergut.