Blocklager vs. Verschieberegal: Wann sich die Umrüstung lohnt
Mehr Paletten pro Quadratmeter: Kompaktes Lagern klingt einfach verführerisch. Die Nebenwirkung zeigt sich schnell, wenn die Artikelvielfalt steigt oder Einzelpaletten gezielt gebraucht werden. Dann wird aus „irgendwie passt es“ schnell „irgendwie dauert es“. Sowohl Blocklager als auch Verschieberegale lösen Flächenprobleme mit sehr unterschiedlicher Zugriff-Logik. Mit der Auswahl des Systems entscheidet sich aber auch, wie gut First-In, First-Out (FIFO) im Lageralltag funktioniert.
FIFO: Wichtig oder zweitrangig?
FIFO (First-In, First-Out) bedeutet, dass die älteste Ware das Lager auch zuerst wiederverlässt. Das ist entscheidend, wenn Ware altert oder Reihenfolgen einzuhalten sind – etwa bei MHD-/Verfallsware, sensiblen Chargen oder strengen Kundenvorgaben.
Es gibt aber auch Fälle, in denen FIFO eher zweitrangig ist. Bei unkritischer Ware, geringer Sortenvielfalt und wenig Einzelzugriffen.
Was ist ein Blocklager?
Beim Blocklager werden Paletten dicht in Blöcken gelagert und oft auch gestapelt. Das bringt eine sehr hohe Flächennutzung und ist wirtschaftlich, wenn wenige Artikel ohne Verfall in großen Mengen vorliegen.
Der entscheidende Punkt ist der Zugriff: Im Blocklager ist die „richtige“ Palette nicht automatisch die, die ganz vorne steht. Wer eine bestimmte Charge zuerst entnehmen will, muss häufig erst einige Blöcke bewegen, um an sie heranzukommen. Blocklager eignen sich daher, solange der Bestand stabil und der Zugriff „grob“ bleibt. Sie werden allerdings mühsam, sobald selektiver Zugriff notwendig ist. Das FIFO-Prinzip kann nicht effizient umgesetzt werden.
Was ist ein Verschieberegal?
Verschieberegale bestehen aus Regalzeilen auf Fahrwagen. Die Zeilen stehen dicht an dicht, und es wird nur der Arbeitsgang geöffnet, der gerade benötigt wird. Das spart Gangfläche, ohne die direkte Anfahrbarkeit einzelner Paletten einzuschränken.
In der Praxis bedeutet das: Paletten haben feste, adressierbare Plätze. Zugriff ist möglich, auch wenn die Fläche kompakt bleibt. Das ist besonders hilfreich bei mehr Artikeln, mehr Bewegung und steigender Prozessdisziplin. Im Verschieberegal lässt sich FIFO deutlich sauberer organisieren.
| Kriterium | Blocklager | Verschieberegal |
|---|---|---|
| Flächennutzung | Begrenzt | Hoch, bis zu 100% mehr Lagerfläche |
| Zugriff | Eingeschränkt, nur von vorne/oben | Direkt, Zugriff auf jede Palette |
| Zugriffshäufigkeit | Niedrig, chargenweise | Hoch, Einzelzugriff |
| Warenmix/Sortenvielfalt | Gering | Hoch |
| Kosten | Gering, aber höhere Prozesskosten | Höher, aber effizient |
Gamechanger für FIFO-Ware: Das Durchlaufregal
Wenn FIFO unverzichtbar ist, sind Durchlaufregale eine Option. Sie trennen die Ein- und Auslagerseite und führen die Ware kanalweise in chronologischer Reihenfolge zur Entnahme. FIFO läuft damit äußerst stabil, setzt aber standardisierte Abläufe und passende Artikel-/Palettenstrukturen voraus.
Kurz gesagt
Ein Blocklager maximiert die Dichte der Ware, kann aber einen erheblichen Zusatzaufwand begründen. Verschieberegale sind kompakt, ermöglichen aber gezielten Zugriff. Dadurch wird FIFO im Alltag deutlich leichter. Wer sich entscheiden muss, kommt mit drei Fragen schnell ans Ziel: Wie hoch ist mein Warenmix? Wie oft brauche ich Einzelzugriff? Wie kritisch ist die Reihenfolge der Entnahme wirklich?
Lassen Sie uns diese Punkte gemeinsam durchgehen und wir finden die perfekte Lösung für Ihr Lager.